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Wednesday 13th of December 2017

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1. Einführung

Im Schuljahr 2009/210 entsteht mit der Hausmosterei COX&CO an der RGS Mildstedt eine Schülerfirma, mit der durch reale Arbeitssituationen Schlüsselqualifikationen für einen erfolgreichen Berufseintritt in besonderem Maße gefördert werden können.

1.1 Namensgebung und Emblem

Der Name COX bezieht sich auf eine schmackhafte Apfelsorte, die aus dem Bundesland Schleswig- Holstein stammt und stellvertretend für die Frucht Apfel steht. Neben der Verwertung des Apfels werden andere Früchte wie Birnen, Quitten und Beeren zu Saft gepresst. Dafür steht die Abkürzung CO. Die beiden meist vertretenen Früchte sind auch in unserem Emblem wieder zu finden. Der Igel symbolisiert durch seine Wehrhaftigkeit die Erhaltung der „Gesundheit“ und weist somit auf die Bedeutung unseres Hauptproduktes hin.

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1.2 Streuobstwiese als Obstlieferant

Die verwendeten Früchte ernten wir aus Streu-Obstwiesen, die nach ökologischen Prinzipien bewirtschaftet werden. Den überwiegenden Teil der Ernte beziehen wir aus unserer schuleigenen Streuobstwiese, die vor 15 Jahren angelegt wurde. Hier wachsen über 100 Apfelbäume und mehr als 40 Birnenbäume. Viele Bäume sind Lokalsorten oder Sorten, die nicht den heutigen EU- Richtlinien entsprechen. Sie zu erhalten bzw. deren Gene für nächste Generationen zu bewahren ist für uns ein wichtiges Ziel. Auch die Erhaltung des Lebensraumes Streuobstwiese ist gleichrangig zu bewerten. Viele seltene Tiere und geschützte Pflanzen leben nur hier und bleiben somit erhalten. Dafür muss auch viel Handarbeit geleistet werden. Die Kooperation zwischen dem „Förderverein Streuobstwiese“ und der Schule ist beispielhaft. Beide entwickeln ihre Fähigkeiten in der Mahd der Wiese, bei der Pflückernte und beim Baumschnitt. In vielen Früchten spiegelt sich die raue Witterung unserer Region wider. Die Schale ist oft gepunktet und uneben, aber das Fruchtfleisch ist saftig und besitzt einen besonders würzigen Geschmack mit angenehmer Süße. Diese Eigenschaften finden sich auch in unserem Saft wieder. Nicht alle Obstbäume tragen in jedem Jahr gleich viele Früchte. Deshalb ist die Mischung der Sorten unterschiedlich. Das führt auch zu kleineren Veränderungen des Saftgeschmacks. Reine „Sortensäfte“ wären durchaus denkbar und ebenso geplante Mischsäfte. Zuvor müssen wir aber mehr allgemeine Erfahrungen in unserer Hausmosterei sammeln. In unserer Firma legen wir besonderen Wert auf die Hygiene. Während der Arbeit tragen die Schüler Schutzkleidung, Kopfbedeckung und Handschuhe. Eine gründliche Einweisung in den Umgang mit Lebensmitteln erhoffen wir uns durch das Veterinäramt.

2. Didaktische Grundgedanken zu der Schülerfirma

2.1 Ziele unserer Schülerfirma

Unsere Gesellschaft unterliegt einer Dynamik wie niemals zuvor. Moderne Medien- und Informationstechniken verändern die Kommunikation und das Lernen. Die Schule ist gefordert, das Lernen neu auszurichten. Das Lernen in der Schule muss mehr denn je auf das Leben vorbereiten. Die Schüler treffen nach ihrer Schulzeit auf ein anderes Arbeitsleben wie wir Erwachsene es vorgefunden haben. Einem Beruf bis zur Rente nachzugehen, ist eher die Ausnahme. Daher müssen unsere Schüler auf diesen Wandel ohne Verluste reagieren können.

Sie müssen in der Lage sein:

  • Auf branchenähnliche Berufe auszuweichen
  • Zwei oder mehreren Berufen nachzugehen
  • Marktlücken zu entdecken
  • Neue Produkte/ Dienstleistungen zu entwickeln
  • Werbestrategien zu verbessern
  • In Teams zu arbeiten
  • Existenzen aufzubauen

 

Die dafür erforderlichen Fähigkeiten und Schlüsselqualifikationen trainiert eine Schülerfirma im geschützten Bereich der Schule.

3. Fachliche Ziele

In der realen Arbeitssituation im geschützten Rahmen der Schülerfirma werden viele Kompetenzen aus einzelnen Unterrichtsfächern gefördert. Neben mathe-matischen Kompetenzen bei der Buchführung, sprachlichen und gestalterischen Fähigkeiten bei Werbung, Marketing und Dokumentation der Arbeitsprozesse, werden bei den Schülern wirtschaftliche Grundbegriffe nachhaltig erweitert und gefestigt.

4. Kommunikative, soziale und affektive Ziele

Durch reale Arbeits- und Produktionsprozesse und die damit verbundene Arbeit mit Mitschülern und Lehrern werden Kooperations- und Teamfähigkeit ständig gefordert und gefördert. Weiterhin stärken die unmittelbaren Erfolgserlebnisse in Form der fertig abgefüllten Saftflaschen und der sichtbaren Umsätze das Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten und stärken das Selbstbewusstsein der Schüler. Nicht zuletzt ist der Betrieb einer Schülerfirma nur dann möglich, wenn Schüler und Lehrer als gleichberechtigte Partner darin arbeiten und eine gewisse Demokratie herrscht. Eine so verstandene Betriebsatmosphäre fördert die Selbst-ständigkeit und zeigt Schülern, dass es sich lohnt, auch dann langfristig an einem Projekt zu arbeiten, wenn Erfolge sich nicht sofort einstellen. Als Zukunftsmodell für zeitgemäßes Lernen in der Schule bietet die Schülerfirma berufsnahe und firmenreale Lernerfahrungen, wie sie in keinem herkömmlichen Unterrichtsfach vermittelt und erworben werden können.

5. Aufgabenfelder in der Schülerfirma

Mitglieder einer Schülerfirma müssen zum Beispiel:

  • Organisationsstrukturen entwickeln
  • Marketing und Werbung betreiben
  • Beurteilungskriterien für Produkte aufstellen
  • Auf die Wünsche der Kunden eingehen
  • Auf Reklamationen angemessen reagieren
  • Ein- und Verkauf am Bedarf orientieren und kalkulieren
  • Eine exakte Buchführung betreiben
  • Arbeitsabläufe durchführen, überprüfen und optimieren

 

Damit noch mehr Realitätsnähe entsteht, gewinnen wir Menschen aus der Wirtschaft, die uns beraten und helfend zur Seite stehen. Der HGV aus unserer Gemeinde wäre sicherlich ein guter Ansprechpartner.

 

6. Übersicht über die Arbeits- und Produktionsschritte in unserer Hausmosterei 

Produktionsschritte

7. Bedeutung der Firma für die Schüler

 

Die nachfolgend aufgeführten Punkte und Fragen sollen den Schülern Hilfen, Orientierungen und Anregungen für einen Dialog geben:

 

Ideenentwicklung:

  • Für welche Produkte besteht ein Bedarf?
  • Besteht neben dem Apfelsaft ein Bedarf an weiteren Produkten?

 

Betriebskonzept:

  • Wie lässt sich das Produkt optimal herstellen?

 

Marketing:

  • Wie lassen sich die Produkte am besten vermarkten?
  • Wie soll der Verkauf ablaufen?

 

Präsentation:

  • Welche Möglichkeiten gibt es?
  • Tag der offenen Tür? Internet?
  • Apfelfest in Kooperation mit dem „Förderverein Streuobstwiese“?

 

Kundenkontakte:

  • Wer kommt als Kunde in Frage?
  • Wo treffen wir ihn an?
  • Wie möchte der Kunde behandelt werden?

 

Qualitätsmanagement: Stimmt die Qualität des Produktes oder ist ein Qualitätsverlust zu verzeichnen?

Wenn ja, Ursachen herausfinden!
  •  Wie kann die Qualität wieder hergestellt werden?
  •  Bestehen Möglichkeiten der Qualitätsverbesserungen?

 

Rechnungen:

In welchen Zeitabständen soll eine Überprüfung erfolgen?

  • Wie sieht die Kalkulation aus?
  • Müssen Bestände (Flaschen) neu eingekauft werden?
  • Wertabschöpfung: Welche Rücklagen müssen bestehen bleiben?
  • Wie werden die Gewinne verteilt?

 

Rechtsform der Firma:

Verschiedene Modelle sind denkbar und müssen sich je nach Entwicklung der Schülerfirma neu ausrichten.

Denkbar wäre: - die Gründung von Tochterfirmen wie z. B. Flaschenzulieferer: Zukauf, Annahme und Reinigung

 - Gründung einer gemeinnützigen Stiftung, in die die Gewinne fließen

 

Personalpolitik:

  • Wer besitzt welche Eigenschaften und Fähigkeiten und ist damit für welche Aufgaben geeignet?
  • Wie weit kann ich Grundschüler einstellen, ohne sie zu überlasten?
  • Soll bei gleicher Eignung der Grundschüler den Vorzug erhalten?

 

Wir beginnen mit einer Gruppe von Schülern, die von uns ausgewählt wurden, damit wir Erfahrungen sammeln. Arbeiten mit verschiedenen Gruppen und das Rotationsprinzip sind für die Zukunft geplant

 

Personalwechsel:

  • Welche Kriterien gelten für Neueinstellungen?

 

Nachhaltigkeit:

  • Besteht weiterhin das Prinzip der Nachhaltigkeit?
  • Welche Mechanismen können gelten, damit nicht die Ökonomie die Ökologie und das „Soziale Engagement“ verdrängt?
  • Wie kann den Schülern der Begriff Nachhaltigkeit besser vermittelt werden?

 

Zukunft:

  • Wie erhalte ich einen langfristigen Erfolg?
  • Wie kann ich möglichst lange (über mehrere Jahre) Schüler in der Schulfirma halten?
  • Lässt sich die Firma in den „normalen“ Unterricht integrieren?
  • Können weitere Produkte angeboten werden?
  • Ergeben sich neue, lukrative Absatzmärkte?
  • Wie überprüfe ich die Absatzchancen für: Trockenobst (Solar), Rein und Mischsäfte, Birnen- und Quittensäfte, Marmeladen?

 

Eine Erweiterung der Angebote durch neue Schülerfirmen

 

  • Qualm & CO Lehmofenbau
  • Keks & CO Schulkiosk
  • Klecks & CO Verkauf an gelungenen Unterrichtsmaterialien im Internet
  • FLOH & CO Ebay- Firma kauft und verkauft im Auftrag Produkte
  • Kuh & CO Schulkäserei
  • Schulführungspass zeigt interessierten Personen das Biotop oder die Schule
Verteilung der Gewinne
 

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